Humanoider Roboter in der Fabrikhalle bei Maplan – Pilotprojekt mit Terra Robotics
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Die eigentliche Innovation stand nicht auf zwei Beinen.

Er greift nach dem Silikonblock, hebt ihn langsam an und bewegt sich zur Spritzgussmaschine. Vorsichtig legt er den Block in das vorgesehene Fach. Anschließend aktiviert er einen Sensor. Das Förderband fährt automatisch ein Stück weiter und gibt den nächsten Platz frei. Der Roboter greift bereits nach dem nächsten Block.

Pilotprojekt mit Maplan und Terra Robotics

Für die Besucher unseres gemeinsamen Events mit Maplan und Terra Robotics war das eine beeindruckende Demonstration. Ein humanoider Roboter, der eine industrielle Spritzgussmaschine bestückt – genau das erwarteten sie zu sehen.

Ich musste allerdings an etwas ganz anderes denken.

Während alle den Roboter beobachteten, schaute ich auf die Maschine.

Denn mir wurde plötzlich klar: Nicht der Roboter hatte sich an die Maschine angepasst. Die Maschine hatte begonnen, sich an den Roboter anzupassen.

Genau das war für mich die eigentliche Erkenntnis des Tages.

Natürlich musste der Roboter lernen, die Silikonblöcke zuverlässig zu greifen und an der richtigen Stelle abzulegen. Das war die sichtbare Herausforderung. Die spannendere Arbeit fand jedoch im Hintergrund statt – während wir den Prozess Schritt für Schritt an den Roboter anpassten.

Ein Mensch arbeitet anders als ein humanoider Roboter. Heute legt ein Mitarbeitender mehrere Silikonblöcke auf das Förderband, geht anschließend auf die andere Seite der Maschine und startet den nächsten Arbeitsschritt. Ein humanoider Roboter würde diesen Ablauf vermutlich nie so wählen. Er arbeitet kontinuierlich: greifen, einlegen, Sensor aktivieren, weiter zum nächsten Bauteil. Dadurch verändert sich der gesamte Materialfluss.

Um diesen neuen Ablauf zu ermöglichen, mussten wir den Prozess anpassen. Zusätzliche Sensoren sorgen dafür, dass die Maschine automatisch erkennt, wann der nächste Slot bereit ist. Eine mechanische Führung erleichtert dem Roboter das präzise Einlegen der Silikonblöcke. Selbst über die Form und Handhabung des Materials haben wir diskutiert, weil auch sie Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Automatisierung haben.

Keine dieser Anpassungen ist für sich genommen spektakulär.

Zusammen erzählen sie jedoch eine viel größere Geschichte.

„Wir sprechen viel darüber, wann humanoide Roboter produktiv in Fabriken eingesetzt werden können. Vielleicht stellen wir dabei die falsche Frage."

Die spannendere Frage lautet:

Wie humanoid-ready sind unsere Maschinen und Fabriken eigentlich?

Denn wenn künftig immer mehr humanoide Roboter in Produktion, Logistik oder Montage eingesetzt werden, müssen sich nicht nur die Roboter weiterentwickeln. Auch Maschinen, Produktionslinien und Arbeitsabläufe werden sich verändern. Schnittstellen werden intelligenter. Sensorik wird wichtiger. Prozesse werden kontinuierlicher. Vielleicht verändern sich sogar Produkte selbst, damit sie von Robotern einfacher gehandhabt werden können.

Genau deshalb halte ich Pilotprojekte wie dieses für so wertvoll. Sie zeigen nicht nur, was humanoide Roboter heute bereits leisten können. Sie machen vor allem sichtbar, welche Veränderungen Unternehmen schon heute anstoßen sollten, wenn sie diese Technologie künftig produktiv einsetzen möchten.

Als ich den Roboter an diesem Tag beobachtete, dachte ich zunächst, wir würden ihm beibringen, mit einer bestehenden Maschine zu arbeiten.

Am Ende des Projekts hatte ich eine andere Erkenntnis.

Vielleicht beginnt die eigentliche Transformation erst dann, wenn Maschinen lernen, mit Robotern zu arbeiten.

Neugierig geworden?

Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln und testen wir genau solche Anwendungsfälle – von der Identifikation geeigneter Use Cases bis zur Umsetzung erster Pilotprojekte mit humanoiden Robotern. Wenn ihr wissen möchtet, wie wir den Anwendungsfall bei Maplan umgesetzt haben oder welche Potenziale humanoide Robotik für eure Produktion bietet, freue ich mich auf den Austausch.

Den vollständigen Case auf futurecandy.com lesen →